
Jahresthema 2024: Praxisbedeutsamkeit
Die Hochschulleitung setzt für die Sichtbarmachung der Strategieumsetzung jeweils ein Jahresthema und hat für 2024 Praxisbedeutsamkeit gewählt. Diese Seite richtet sich an alle internen wie externen Anspruchsgruppen der PH FHNW.
In der internen Auseinandersetzung mit dem Jahresthema fand im August 2024 ein hochschulweiter gemeinsamer Arbeitstag statt, an dem die Bedeutung des Begriffs breit diskutiert wurde. Aus den Rückmeldungen entstand die Visualisierung auf dem Umschlag. Sie greift u.a. auf, dass es sich um eine stete Auseinandersetzung handelt und es damit kein «jetzt sind wir fertig» gibt.
Zudem wird deutlich, dass es alle Akteur*innen innerhalb und ausserhalb zur Mitarbeit braucht und es verschiedene Formen von Praxisbedeutsamkeit gibt.
Die Pädagogische Hochschule der Nordwestschweiz bezieht sich mit ihrem ersten Jahresthema auf ihre Vision Wissen. Können. Zukunft bilden. Gemeinsam für starke Lehrer*innen, Logopäd*innen, Sonderpädagog*innen, Schulleiter*innen. Sie setzt den Fokus damit auf Können und stellt damit den konkreten Bezug zu den diesen drei Zielfeldern der Strategie her:
- K1: Wir beziehen uns auf die Anforderungen im Beruf.
- K2: Wir fördern vertiefte Erfahrungen im Berufsfeld.
- K3: Wir binden die Perspektive des Berufsfelds ein.
Die Pädagogische Hochschule der Nordwestschweiz ist eine praxisbedeutsame Hochschule, weil das Studium an der PH der Nordwestschweiz auf den Erwerb
und die Weiterentwicklung von relevanten Kompetenzen für das Berufsleben ausgerichtet ist.
Praxisbedeutsam meint, dass die Studieren- den jenes Wissen erwerben, dass sie zu professionellem Handeln befähigt. Neben dem zentralen, praktischen Handlungswissen («Know-how»), beinhaltet dies das Erklärungs und Orientierungswissen («Know-why»), jenes wissenschaftliche Wissen, das sie befähigt, ihr professionelles Handeln systematisch zu reflektieren und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Darüber hinaus erwerben die Studierenden inhaltliche Kenntnisse über rollen- und aufgaben- bezogenes Fachwissen und Hintergrundwissen an («Know-what»), welches es ihnen ermöglicht, ihre Funktion als Lehrperson, Logopäd*in oder Sonderpädagog*in wahrzunehmen.
In der Auseinandersetzung mit Know-how, Know-why und Know-what erarbeiten sich die Studierenden das Wissen, die Fähigkeiten und die Haltungen, um situationsspezifisch adäquat zu handeln und gleichzeitig das eigene Handeln zu reflektieren, zu legitimieren und weiterzuentwickeln.
Der Begriff der Praxisbedeutsamkeit betont dabei die Nähe und den Bezug zur Praxis, macht aber auch deutlich, dass Bedeutsamkeit darüber hinaus geht. Fachliche und wissenschaftliche Inhalte, die eine Distanz zur konkreten Praxis aufweisen, können für das praktische Handeln sehr bedeutsam sein, indem sie z.B. wichtiges Hintergrundwissen liefern, das für die adäquate Einschätzung von Berufssituationen notwendig ist. Nicht allein die unmittelbare Verwertbarkeit des im Studium vermittelten Wissens ist daher für den späteren Berufsalltag bedeutsam.
Konkret wird das Studium an der PH der Nordwestschweiz praxisbedeutsam durch die Integration verschiedener strategischer Elemente, d.h. indem
- sich die Kompetenzziele konsequent an den Anforderungen des Berufs orientieren.
- die vertiefte Erfahrung im Berufsfeld gefördert wird.
- die Perspektive des Berufsfelds einbezogen wird.
- das kritische, wissenschaftliche Denken gefördert wird und sowohl Forschung und Lehre als auch die Lernorte Hoch- schule und Berufsfeld systematisch miteinander gekoppelt sind.
Die vertiefte Praxiserfahrung trägt wesentlichen Beitrag zur subjektiven Herstellung von Praxisbedeutsamkeit bei. Erst diese Erfahrungen am Lernort Berufsfeld erlauben es den Studierenden, ihr professionelles Handeln auszuprobieren und Handlungsroutinen zu entwickeln.
Praxisbedeutsamkeit ist jedoch explizit nicht nur eine Aufgabe des Studienbereichs Berufspraktische Studien, sondern muss in allen Modulen der verschiedenen Studienbereiche hergestellt werden. Praxisbedeutsamkeit entsteht also sowohl am Lernort Berufsfeld als auch am Lernort Hochschule.
Praxisbedeutsamkeit zu erzeugen ist somit eine hochschuldidaktische Aufgabe und erfordert die Sichtbarmachung und Umsetzung durch die Lehrenden.
Die Studierenden wiederum tragen basierend auf ihrem professionellen Selbst aktiv zur Ko-Konstruktion der Praxisbedeutsamkeit bei, indem sie eine aktive Rolle übernehmen.