Mit Milu ohrwärts. Hörportfolio für die 1. bis 3. Klasse
Lernaufgaben zum Kompetenzbereich «Hören» – individualisiert, fachdidaktisch fundiert und über QR-Codes mit Audiodateien verknüpft
Unterstützt durch die Stiftung FHNW und die Josef und Margrit Killer-Schmidli Stiftung
Zuhörkompetenz ist die Schlüsselkompetenz fürs Lernen. Dennoch gab es bis anhin kein Instrument zur Lernstandserhebung und Förderung von Zuhörkompetenzen für Schülerinnen und Schüler der 1. bis 3. Klasse. Durch dieses Projekt wurde ein innovatives Lehrmittel für diesen zentralen Sprachlernbereich lanciert, mit dem auch erstmals die für das Verstehen wichtige Dimension des prosodischen Hörverstehens in den Blick genommen wird.
Die Kinder arbeiten im Hörportfolio mit QR-Codes, die mit zahlreichen Audios verknüpft sind und individualisiertes, mobiles und zeitunabhängiges Lernen ermöglichen.
In der abschliessenden Kompetenzerhebung werden die Zuhörkompetenzen des einzelnen Kindes erfasst, so dass die Lehrperson die bereits erlangten Kompetenzen und den individuellen Förderbedarf erkennen kann.
Dank des Hörportfolios wird das Zuhören zum fassbaren Gegenstand des Austauschs zwischen Schüler resp. Schülerin und Lehrperson und damit beurteil- und förderbar.
Im März 2025 ist im Ingold Verlag das Lehrmittel «Mit Milu ohrwärts» erschienen. Damit hat das Projekt «Hörportfolio für die Unterstufe» seinen Abschluss gefunden.
Ziel des Innovationsprojekts war es, für die 1. bis 3. Klasse differenzierte, fachdidaktisch fundierte und über QR-Codes mit Audiodateien verknüpfte Lernaufgaben zum Kompetenzbereich «Hören» zu entwickeln. Dies betrifft das Wahrnehmen, Vergleichen, Unterscheiden und Zuordnen von Geräuschen, Tönen und Lauten sowie das globale und das detaillierte Hörverstehen von Texten und Gesprächen. Auch die Wahrnehmung und Interpretation von Prosodie wird fokussiert. Über den Tonfall werden Informationen weitergegeben, die helfen, das Gehörte richtig zu verstehen, denn: C’est le ton qui fait la musique.
Das Hörportfolio «Mit Milu ohrwärts» enthält 40 Aufgaben, 3 Selbsteinschätzungen und eine Kompetenzerhebung. Es kann ab Mitte der 1. bis in die 3. Klasse als Ergänzung zu sämtlichen Sprachlehrmitteln eingesetzt werden.
Das Hörportfolio eignet sich für offene Unterrichtsformen (Grundangebot für die Eigenzeit, Wochenplanarbeit) und kann die Kinder über mehrere Monate und Klassenstufen begleiten.
Jedes Kind arbeitet selbständig und im eigenen Lerntempo in seinem Heft. Alle Aufgaben und Erklärungen werden gehört, deshalb sind die Lese- und Schreibkompetenzen der Kinder nicht relevant. Über QR-Codes, die mit dem Tablet gelesen werden können, haben die Kinder direkten Zugang zu den Audiodateien und können selbst entscheiden, wie oft sie sich die Höreindrücke und -texte anhören.
Die Illustrationen, die von Studierenden der Hochschule für Gestaltung und Kunst geschaffen worden sind, unterstützen das Hörverstehen und den Wortschatzausbau. Die Kinder lösen die Aufgaben, indem sie Bilder ankreuzen, verbinden, umkreisen oder wahlweise die Lösung zeichnen, aufschreiben oder eigene Sprachaufnahmen machen. Diese Lernspuren ermöglichen der Lehrperson Einblicke in den aktuellen Lernstand der Kinder.
Im Begleitheft wird das Konzept des Hörportfolios vorgestellt. Die Lehrpersonen erhalten Hintergrundinformationen zum Zuhören sowie Tipps und Anregungen zum Einsatz des Lehrmittels. Zu jeder Aufgabe finden sich die Lernziele, die Inhalte der Audiodateien, Hinweise zur Unterstützung von Kindern mit sprachlichem Förderbedarf und die Angabe zum Schwierigkeitsgrad. Auch auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern mit einer Hörbeeinträchtigung wird eingegangen.
Hat das Kind alle Aufgaben zu einem Teilbereich bearbeitet, gelangt es auf eine Seite «Selbsteinschätzung». Dann setzen sich das Kind und die Lehrperson zusammen. Die Lehrperson hört sich die Sprachaufnahmen des Kindes an und lässt sich von ihm die Einträge im Hörportfolio zeigen und erklären. Gemeinsam überlegen sie dann, wie weit das Kind die Pfeile auf der Selbsteinschätzung ausmalen kann.
Die Arbeit am Hörportfolio wird mit einer Kompetenzerhebung abgeschlossen. Jedes Kind entscheidet selbst, wann es dafür bereit ist. Der Test besteht aus zwei Teilen. Teil 1 überprüft das verbale, Teil 2 das prosodische Hörverstehen.